Unternehmen klopfen an
Die Arbeitswelt in Deutschland hat sich gewandelt. Waren vor wenigen Jahren Lehrstellen noch ein knappes Gut, hat sich die Lage am Arbeitsmarkt inzwischen umgekehrt. Heute suchen Unternehmen teilweise händeringend nach Fachkräften und geeigneten Auszubildenden. In der Rochlitzer Mittelschule „An der Mulde“ hat man die Zeichen der Zeit erkannt und setzt auf eine Orientierungsoffensive. „Wir wollen unsere Schüler mit der Wirtschaft zusammenbringen, sie sollen sich ein eigenes Bild von den Ausbildungsmöglichkeiten in unseren regionalen Betrieben machen können“, sagt Schulleiter Wolfgang Knorr. Mit Unterstützung von Arno Bast, der im Technologiepark Mittweida das Projekt „Brücke“ leitet, wurden kürzlich sechs regionale Unternehmen eingeladen, deren Vertreter vor Schülern der 9. Klassen über Ausbildungsprofile, Anforderungen und berufliche Zukunftsperspektiven referierten. Um geschlechterspezifisch gut aufgestellt zu sein, setzte Bast bewusst auf einen ausgewogenen Branchenmix. Mit dabei waren Unternehmen der Kfz-Branche, dem Baugewerbe, aus der Landwirtschaft, Büro/Verwaltung, Metall/Elektrotechnik sowie aus dem Dienstleistungsbereich Soziales und Pflege. Die Schüler konnten je nach ihrer persönlichen Interessenlage auswählen, welche Veranstaltungen sie besuchten. In den 90 Minuten war Zeit für das Reinschnuppern bei 2 Unternehmen. Mit ihren persönlichen Fragen hielten so einige nicht lang hinterm Berg. Wie viel Jahre umfasst die Lehrzeit, wo befindet sich die Berufsschule, mit wie viel Lehrlingsentgelt kann ich rechnen, wie sehen meine beruflichen Perspektiven aus? – lauteten häufig gestellte Fragen, die an die Adresse der eingeladenen Referenten herangetragen wurden. Die Schüler bekamen dabei nicht nur diese beantwortet, sondern von jedem Unternehmen auch ausführliche Informationen zum betrieblichen Leistungsspektrum, zur Unternehmensstruktur und zu den jeweils gestellten Anforderungen an sie selbst, als die zukünftigen Auszubildenden. Das Projekt „Schule trifft Wirtschaft“ findet im Rahmen des WTH-Unterrichtes (Wirtschaft, Technik, Haushalt) der Mittelschule „An der Mulde“ statt. „Wir binden das Projekt in das Berufsorientierungskonzept unserer Schule mit ein“, macht Fachlehrer Rolf Kiefer aufmerksam. Ihm geht es besonders darum, dass sich die Schüler frühzeitig selbstständig orientieren, nicht bis zur letzten Sekunde warten oder gar den Eltern die Entscheidung ihrer zukünftigen Berufswahl überlassen. Mit den Schülern der 7. Klassen hatte Kiefer im Rahmen des Unterrichts bereits im Vorjahr ein Schnupperpraktikum im Beruflichen Schulzentrum Rochlitz/Mittweida organisiert. Drei Berufsfelder wurden dabei herausgepickt und näher unter die Lupe genommen. In Klasse 8 und 9 folgen dann je 14-tägige Praktika in regionalen Unternehmen. Hier greift die Schule allerdings nicht mit ein, um diese Plätze müssen sich die Schüler selbständig bemühen. Aktuell sei angedacht in Klasse 10 noch mal ein einwöchiges Praktikum nachzuschieben, meint Rolf Kiefer mit Blick aufs nächste Schuljahr. Jörg Richter Schule trifft Wirtschaft Teilnehmende Unternehmen:
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