Bürgerhaus feierlich eröffnet
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Für die Oberbürgermeisterin ist die Baumaßnahme ein „ganz wichtiges Signal“, was die weitere Entwicklung der Stadt Rochlitz angeht. „Wenn wir auch zukünftig als Wohn-, Bildungs-, Sozial- und Kulturstandort mit regionaler Bedeutung wahrgenommen werden wollen, dann brauchen wir eine intakte Infrastruktur. Ein Bürgerhaus fügt sich da neben sanierten Kindereinrichtungen und Schulgebäuden, die wir inzwischen haben, genauso wie ein Alten-Pflege-Heim und ein modernes Krankenhaus, nahtlos mit ein. Wir brauchen dieses Haus, weil es für die Bürger unserer Stadt ein Stück Lebensqualität ist.“ Die sieht Arndt insbesondere in einer über fast zwei Jahrhunderte gepflegten Tradition, die 1819 ihren Anfang nahm und die über Jahrzehnte hinweg ihre Fortführung fand. Zu den gravierendsten Veränderungen der „Neuzeit“ zählt zweifellos der in den 1970er Jahren vorgenommene Umbau zum Kreiskulturhaus. Heute, rund 40 Jahre später, will die Stadt diese Erfolgsgeschichte fortsetzen. Dafür sprechen das zeitgemäße Outfit – moderne Möblierungen, stylische Bar- und Thekeneinrichtungen, aber auch die unterschiedlichen Raumgrößen. „Gerade die ermöglichen viele variable Nutzungen“, sagt Kerstin Arndt, die gleichzeitig einräumt, dass seit Bekanntwerden der Modernisierungsmaßnahmen die Nachfrage zugenommen hat. Rund 75 Raumbestellungen liegen bis zum Jahresende vor. Dabei reihen sich Kabarettveranstaltungen, Multimediavorträge, Konzerte und Jugendveranstaltungen genauso mit ein wie Tanzkurse, Chorproben, Klassentreffen oder Vereinsfeiern. Den Anfang hat die Jugendweihefeier am 20. April gemacht. Zu zwei Veranstaltungen, an denen Evelyne Fischer vom Jugendweiheverband Sachsen über 600 Gäste begrüßte, wurden 52 Jugendliche in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. Die offizielle Eröffnung des Bürgerhauses gestalteten einen Tag später der Rochlitzer Frauenchor, der Gemischte Chor Mittweida, der Kammerchor Mittweida und die Gruppe „vielStimmig“. Chorleiterin Ursula Barz gehört zu denjenigen, denen das Haus besonders ans Herz gewachsen ist. Seit Jahrzehnten trifft sie sich mit ihren „Chorfrauen“ im Klubraum, um gemeinsam mit den sangesfreudigen Damen der Lust am Singen zu frönen. Ursula Barz: „Ich freue mich, dass wir jetzt wieder in ‚unser Kulturhaus’ einziehen können. Ich denke, es war die bessere Lösung dieses Gebäude zu sanieren als alternativ auf dem Gelände der alten Brauerei einen Zweckbau zu errichten. Alles ist sehr schön geworden. Die Räume sind farbenfroh gestaltet und die Bühne erstrahlt in hellem Licht. Ich denke, wir werden uns hier wohlfühlen.“ Uwe Lorenz steht seit Jahren an der Spitze des Karnevalvereins und kann es kaum erwarten in die sanierten Räume im 2. Obergeschoss einzuziehen. „Die Eröffnungsveranstaltung hat mir sehr gut gefallen“, sagt er, „was es jetzt hier an technischen Möglichkeiten gibt, wird die Leute begeistern und allen Veranstaltungen zugute kommen. Hut ab auch vor den baulichen Leistungen, das alles kann sich sehen lassen. Ich hoffe nur, dass uns die Preise nicht davon galoppieren.“ Joachim Heintzig gehört mit seinen 67 Jahren zu der Generation, die das Kreiskulturhaus noch in bester Erinnerung haben. Gern denkt er zurück an die damaligen Anrechtsveranstaltungen, Pfingst- und Ostertanzabende oder die Programme der Konzert- und Gastspieldirektion. „Ich bin angenehm überrascht. Alles was versprochen wurde, ist auch so umgesetzt. Man sieht, dass es sich durchaus lohnen kann so ein bestehendes Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen.“ Jörg Richter |