Jahresrückblick 2017

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Liebe Bürgerinnen und Bürger, 

mit einem kleinen Jahresrückblick 2017 sowie dem Ausblick auf 2018 möchte ich den letzten Anzeiger des Jahres beginnen.
Die wesentlichsten Bauvorhaben, welche in diesem Jahr abgeschlossen werden konnten, sind die Sanierung des Ostdachflügels der Oberschule „An der Mulde“, der Neubau des Mühlplatzes, die Sanierung der Stützmauer in der Hohen Gasse, der Abriss des Wohnheimes in der Mühlenstraße sowie der Rückbau der ehemaligen Kunststofftechnik in der Waldheimer Straße mit anschließender Renaturierung. Auch der Abschluss der Hochwasserschadenbeseitigungsmaßnahmen mit Deckensanierung des Muldeinsel-Festplatzes sowie die Fertigstellung des neuen Vereinsheimes für den VfA konnten in 2017 erfolgen. Die kürzlich fertiggestellte Mordgrundbrücke erlaubt jetzt wieder die uneingeschränkte Nutzung des Zimermannweges im Rochlitzer Bergwald.

Die Anpassung der Verkehrsführung in der Burgstraße soll etwas mehr Durchgangsverkehr ermöglichen, um so dem immer weiter voranschreitenden Rückgang des dortigen Einzelhandels entgegen zu wirken. Die zum Teil vorgenommene Veränderung der Verkehrsführung in der Mühlenstraße bringt sowohl für Fußgänger als auch Radfahrer mehr Sicherheit. Auch die Ausfahrt auf die Geithainer Straße sollte damit sicherer gestaltet werden. Weitere Maßnahmen, den Verkehr betreffend, waren die Installation eines Parkleitsystems, die Erhöhung der Parkdauer in der Innenstadt von einer auf zwei Stunden sowie der Einbau einer Querungshilfe für Fußgänger im Bereich Muldecenter an der Poststraße.

Eine Reihe von Veranstaltungen prägte das Jahr 2017. Seien es das Internationale Kugelstoßmeeting, die Etablierung des Regionalmarktes mit sieben Markttagen, die Gewerbeschau, das Hexenfeuer, die Performance zum Stein, das Feuerwehrfest, das Stadtbadfest, der Händlerherbst oder das Begegnungsfest. Auch der Bergtriathlon, verschiedene Kirchenkonzerte, die Faschingsveranstaltungen und die Weihnachtsmärkte auf Marktplatz und Schloss komplettierten den Jahres-Kulturkalender. Beim jährlichen Babyempfang wurden die neuen Rochlitzer begrüßt, bei der Ehrenamtsauszeichnung verdiente Bürger gewürdigt sowie beim Sportlerempfang erfolgreiche Athleten geehrt.

In den Bildungseinrichtungen sorgten die „Tage der offenen Tür“ für reges Interesse. Dass traditionell durchgeführte Benefizkonzert konnte wieder mit Rekordbeteiligung und Rekordspenden für den Elternverein krebskranker Kinder in Chemnitz viel Gutes bewirken. Neben der Schülerrallye, welche für die fünften Klassen jährlich veranstaltet wird, kam dieses Jahr die Schatzsuche für die Zweitklässler hinzu. Auch das Zirkusprojekt der Grundschule war eine willkommene Abwechslung im Schulalltag und begeisterte Jung und Alt. Für die Jugendsozialarbeiter des Muldentaler Jugendhäuser e.V. wurde mit dem Jugendladen am Clemens-Pfau-Platz ein neues Domizil gefunden, welches unter den Schülern aller ortsansässigen Schulen guten Anklang findet.

Die Betriebe mit städtischer Beteiligung erbrachten wieder sehr solide Leistungen. Besonders die Sozialservice Rochlitz gGmbH konnte durch die Erweiterung des Leistungsspektrums mit der Übernahme der Bewirtschaftung des Generationenbahnhofes in Erlau sowie der geplanten Aufstockung der hauseigenen Kindertagespflege von fünf auf zwanzig Plätze richtungsweisende Akzente setzen. Die Energieversorgung Rochlitz (EVR) feierte das 25-jährige Jubiläum und zementierte damit ihre Erfolgsgeschichte, welche durch richtige kommunale Weichenstellungen von der Vergangenheit bis heute erfolgt ist. Die Wohnungsgesellschaft Muldental GmbH (WGM) zeigt mit der kompletten Sanierung des Mehrfamiliengebäudes mit Gewerbeeinheit in der Burgstraße 4-6, dass neben der Bewirtschaftung des Bestandes auch Wert auf Entwicklung gelegt wird. Hier gilt Penig und Wechselburg als Mitgesellschafter der Dank, eine solche Investition mit zu tragen.

In den Ortsteilen war ebenfalls einiges los. Noßwitz feierte Straßen- und Kinderfest im Juni und Kürbisfest im Herbst. Auch in Breitenborn war das traditionelle Traktortreffen ein gelungener Event. Bei dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ erlangte Breitenborn zusammen mit Wittgendorf zudem einen dritten Platz. Der Ortsteil Stöbnig bekam im Zuge der Schließung der unteren Ortseinfahrt eine Wendeschleife. In Penna konnte der Mehrgenerationenspielplatz eingeweiht werden. Breitenborn bekommt noch in diesem Jahr eine Löschwasserzisterne, welche die Löschwasserversorgung erheblich verbessert. Wittgendorf soll ebenfalls eine erhalten. Wir hoffen, dass dies im kommenden Jahr umgesetzt werden kann.

Bei der Stadtverwaltung gab es 2017 einige Veränderungen. Mehrere Stellen wurden neu besetzt, die Ämterstruktur angepasst. Das Bauamt wurde um die Bereiche Liegenschaften und Gebäudemanagement erweitert und durch eine neue Amtsleiterin verstärkt. Ferner wurden neben einem neuen Schwimmmeister ein Bauhofmitarbeiter und ein Hausmeister eingestellt. Wir freuen uns auch, dass wir eine Auszubildende nach erfolgreicher Lehrzeit als Verwaltungsfachangestellte übernehmen konnten.

Um die Verwaltung noch bürgerfreundlicher zu gestalten, wurden durch zahlreiche Umzüge innerhalb des Rathauses die hochfrequentierten Bereiche im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss untergebracht. Gerade die Stadtkasse, welche sich jetzt barrierefrei erreichen lässt, war ein wichtiger Baustein. Das Einwohnermeldeamt wird im kommenden Jahr in ein Bürgerbüro gewandelt, wo dann neben den Meldeangelegenheiten noch weitere Angebote verfügbar sein werden. Die Erweiterung der Öffnungszeiten auf Samstag während des Regionalmarktes bildet eine weitere Möglichkeit Behördengänge zu erledigen. In der neuen Bürgerbroschüre „Fünf auf einem Blick“, welche gemeinsam mit den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft und Wechselburg erstellt wurde, erhalten Bewohner und Auswärtige einen guten und schnellen Überblick über Institutionen, Vereine und die vielfältigen Freizeitangebote in unserer Region.

Die Sanierung der Stadtbibliothek steht vor uns, was den Umzug aus der alten Lateinschule in der Schulgasse in ein Übergangsquartier zur Folge hatte. Es mussten mehr als 40.000 Medien eingepackt, transportiert und neu sortiert werden. Dies ist mittlerweile durch die fleißige Mithilfe vom Bauhof und den Mitarbeiterinnen der Bibliothek geschehen. Ab jetzt steht ihnen fast alles übergangsweise in der Sternstraße 1 in Rochlitz zur Verfügung.   

Die Vereine, welche einen wesentlichen Bestandteil am Leben in der Stadt und den Ortsteilen ausmachen, waren wieder sehr aktiv. Einige Aktivitäten, welche Vereine organisierten, wurden oben schon erwähnt. Zu ergänzen sind sicher noch einige Schlaglichter, welche keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben und stellvertretend für alle anderen stehen sollen. Seien es die großen sportlichen Erfolge des Karate-Do Rochlitz, welcher das 25-jährige Jubiläum feierte, der Rochlitzer Frauenchor, welcher seit nunmehr 30 Jahren das Kulturgeschehen prägt oder der Oldtimerclub mit seinem 50-jährigem Bestehen, welcher uns die tolle Oldtimerrallye mit großer Außenwirkung bescherte. In 2018 wird der BSC Motor Rochlitz mit verschiedensten Veranstaltungen sein 70-jähriges Bestehen feiern. Die Stadtverwaltung dankt allen Vereinen ausdrücklich für die geleistete Arbeit und wird diese auch in 2018 nach Kräften unterstützen.

Die Freiwilligen Feuerwehren Rochlitz und Noßwitz wählten dieses Jahr eine neue Stadtwehrleitung sowie deren Stellvertretung, auch die Wehrleiter der Ortsfeuerwehren sowie die Ausschussmitglieder wurden neu gewählt. Mein Dank gilt allen, die sich dem Dienst und der Verantwortung in ihrer Freizeit stellen. Allen aktiven sowie den sich im Ruhestand befindlichen Kameraden gilt meine Hochachtung für die Bereitschaft, sich in der Freizeit für das Allgemeinwohl zu engagieren. Auch den Kameraden der in diesem Jahr neu formierten Wasserwehr gilt mein Dank für die Bereitschaft, im hoffentlich nicht bald wieder eintretenden Hochwasserfall die Feuerwehr nach Kräften zu unterstützen und Schaden zu minimieren.

Mit einem kleinen Ausblick auf 2018 möchte ich Ihnen die anstehenden Projekte und Aufgaben kurz vorstellen. Am Anfang steht das derzeit größte Projekt – die Komplettsanierung der Bibliothek – auf der Agenda. Wir hoffen, zeitnah mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Es fehlt derzeit noch an der finalen Genehmigung, welche wir täglich erwarten. Die Bauzeit ist mit zwei Jahren sehr ambitioniert, aber machbar. Mit Fertigstellung der Bibliothek erwartet den Bürger ein modernes Gebäude in historischer Hülle mit einer multifunktionalen Nutzung. Angedacht ist neben der Kernaufgabe als Bücherei auch eine Dauerausstellungsfläche im Dachgeschoss sowie Schulungs- und Veranstaltungsräume im Erdgeschoss.

Das kürzlich erworbene Gebäude in der Poststraße, was bis Juli 2016 als Flüchtlingsunterkunft des Landkreises fungierte, wird derzeit für eine Umnutzung als Hort überplant. Ziel ist es, den Nikolausverein aus der Leipziger Straße mit derzeit ca. 30 Plätzen in das neue Domizil mit bis zu 100 Hortplätzen zu integrieren. Eine Fertigstellung ist momentan noch nicht qualifizierbar, die terminliche Unwegsamkeit aktuell noch zu groß.

Die Erschließung eines dringend benötigten Eigenheimstandortes läuft auf Hochtouren und soll bald Gestalt annehmen. Die Planungen sind im Gange, alle betroffenen Anwohner werden zeitnah eingebunden. Weitere Ausbaugebiete werden schon sondiert, da der Bedarf an Wohnbauflächen immer noch steigend ist.

Der geplante Fitnesspark auf der Muldeninsel soll in 2018 umgesetzt werden und damit die sportliche Bewegung an der frischen Luft für alle Altersgruppen fördern und ermöglichen.

Das Gebäude in der Seminarstraße, welches noch bis Ende des Monats von der LISt GmbH gemietet ist, soll im kommenden Jahr komplett abgerissen werden. Für eine Nachnutzung kristallisieren sich zwei Varianten heraus, welche der Stadtrat demnächst bewerten sollte.

Die angedachte Planung zur Umverlegung der Bundesstraße 175 von der Zwickauer Straße auf die Poststraße wird zeitnah weiter untersucht sowie über die Vorgehensweise entschieden.

Das Thema Breitbandausbau beschäftigt uns seit zwei Jahren intensiv. Hierzu wird es Anfang 2018 eine Entscheidung geben müssen, wie sich Rochlitz zum derzeitigen Förderprogramm positioniert. In diesem Thema ist noch viel Bewegung und Klärungsbedarf, ständig neue Meldungen lassen die Chancen und Risiken in einem unausgewogenen Verhältnis erscheinen. Dazu werde ich demnächst noch ausführlich berichten.

Der Fürstentag, welche zuletzt vor vier Jahren den „Lebendigen Fürstenzug zu Dresden“ zum Leben erweckte, soll im Juni stattfinden. Die Planungen dazu laufen auf Hochtouren. Durch dieses Event mit Alleinstellungscharakter wollen sich Rochlitz und Seelitz dem großen Publikum präsentieren und über die Kreisgrenzen hinaus wirken.

Auch die vielen bekannten Veranstaltungen möchten wir im kommenden Jahr wieder durchführen, neue etablieren und so die Traditionen wahren und neues ausprobieren.

Niemand kann im Vorfeld sagen, was gelingt und zum Erfolg geführt wird. Wenn man den Mut hat, auch mal einen Fehler zu machen, kann eigentlich nichts passieren. Diesen Mut wünsche ich mir von allen, die mitmachen und entscheiden.   

Ich danke allen Mitarbeitern der Verwaltung und nachgeordneten städtischen Einrichtungen, die in 2017 eine sehr gute Arbeit geleistet und die vielen Veränderungen mitgetragen haben. Auch danke ich den Mitarbeitern des Bauhofes, die bei unzähligen Einsätzen immer zur Stelle waren und so maßgeblich mit zum Gelingen der Feste, Veranstaltungen und Umzüge im Rathaus und der Bibliothek beigetragen haben. Auch die Hausmeister, welche die städtischen Objekte wie Turnhallen, Schulen und das Rathaus bestes pflegten, gilt mein Dank. Einschließen darin möchte ich auch die Schwimmmeister, die trotz der nicht perfekten Wetterverhältnisse eine tolle Badesaison organisierten und absicherten. Mein Dank gilt auch den Stadträten, welche sich in kontroversen Diskussionen den umfangreichen Aufgabenstellungen der Stadt stellten. Auch wenn es hier nicht immer einen Konsens gab, werde ich weiterhin um eine positive und konstruktive Zusammenarbeit werben.

Der Dank geht an alle Vereine, alle ehrenamtlich Tätigen sowie jeden engagierten Bürger. Auch möchte ich allen Unternehmen und Gewerbetreibenden danken, welche nicht nur durch Steuerzahlungen, sondern auch durch Spenden und Engagement das Stadtleben bereichern. Den Schulen und Kindertageseinrichtungen, welche unverzichtbarer Bestandteil vieler städtischer Veranstaltungen waren, möchte ich in diesem Zusammenhang auch herzlich danken und freue mich auf die vielen neuen kleinen und großen Zusammentreffen.

Bleiben Sie gesund und munter sowie voller positiver Ansätze! Wir können alle gemeinsam noch viel erreichen – die besten Voraussetzungen dazu haben wir. Ich wünsche ihnen allen eine schöne Adventszeit, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Ihr
Frank Dehne
Oberbürgermeister 

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Der Rochlitzer Regionalmarkt startete in seine erste Saison. Eine Bürger-Initiativgruppe war Wegbereiter, um regionalen Erzeugern aus Landwirtschaft, Handwerk und Kunst auf dem Rochlitzer Marktplatz eine Plattform zu bieten, ihre Warenvielfalt ein Stück weit vorzustellen. Von April bis Oktober fanden 7 Themenmärkte statt, die sich bei den Bürgern zunehmender Beliebtheit erfreuten. 

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Mühlplatz zeigt sich von seiner schönsten Seite – 420.000 Euro hat die Stadt investiert, um das Areal wieder auf Vordermann zu bringen.