Regionalmarkt Rochlitz – wo sonst?

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Themenmarkt erfreut sich bei Händlern und Kunden zunehmender Beliebtheit

Mit „Luthers Gaumenfreuden“ endete Anfang Oktober die erste Rochlitzer Regionalmarktsaison, die Kunden und Händler gleichermaßen als kulturelle Bereicherung für die Porphyrstadt würdigen.

Familie Möbius, die sich aus Geithain auf den Weg nach Rochlitz gemacht hatte, war zum zweiten Mal hier. „Uns gefallen das Angebot und die Atmosphäre, hier hat sich Rochlitz was einfallen lassen, das bei den Leuten gut ankommt und hoffentlich im nächsten Jahr fortgeführt wird.“

Birgit Schneider aus Mittweida ist vom Regionalmarkt ebenfalls überzeugt. „Ich habe eingekauft und konnte tolle Ideen für meine Dekorationen mitnehmen. Auch die Angebote für Kinder – Eselreiten, Malen und Basteln – finde ich gut,  für die ganze Familie ist was dabei.“ 

Heike Wiesenhaken vom Rochlitzer Regionalmarkt-Team blickt auf eine erfolgreiche Marktsaison zurück: „Unser Konzept war regionale Erzeuger aus Landwirtschaft, Handwerk und Kunst auf dem Rochlitzer Marktplatz eine Plattform zu bieten, ihre Warenvielfalt ein Stück weit vorzustellen sowie Direktvermarkter und einheimische Händler in der Region bekannter zu machen. Ich denke wir haben den Rochlitzer Marktplatz zu dem gemacht, was er einst war und auch heute wieder sein sollte – ein Platz im Herzen der Stadt, wo das Leben pulsiert, Händler regionale Produkte anbieten, sich Menschen treffen, um zu kommunizieren, wo kulturell und gastronomisch einiges geboten wird und Leute jeden Alters sich wohlfühlen.“ Dass sie mit dieser Meinung nicht allein dasteht, bestätigen Händler und Marktgänger gleichermaßen. Eine initiierte Umfrageaktion, bei der rund 60 Marktbesucher beteiligt waren, vermittelt einige Einblicke in das Marktverhalten der Kundschaft. 75 Prozent der Befragten gaben an regelmäßig zu kommen, sechs oder auch alle sieben Märkte in diesem Jahr besucht zu haben. Bei der Frage zum Wohnort sagten zehn Prozent der Befragten mehr als 15 Kilometer, weitere 13 Prozent mehr als 30 Kilometer Anfahrtsweg in Kauf genommen zu haben, um nach Rochlitz zu gelangen.

Für Oberbürgermeister Frank Dehne ist der Regionalmarkt eine Bereicherung für die Rochlitzer Bürger mit Magnetwirkung über die Stadtgrenzen hinaus. „Dass sich hier vor Ort eine Initiativgruppe gefunden hat, die den Markt im Vier-Wochen-Rhythmus gemeinsam mit der Stadtverwaltung organisiert und thematisch gestaltet, ist ein Novum. Es zeigt, was mit Motivation und bürgerschaftlichem Engagement alles geleistet werden kann. Das ist Innenstadtbelebung von Bürgern für Bürger. Die Leute haben sich uneigennützig zusammengefunden um für die Stadt was zu tun, sind gemeinsam ins Gespräch gekommen, haben Leitlinien für den Regionalmarkt definiert und losgelegt. Ich war ab und an bei den Vorbereitungsabenden dabei, ich weiß wie viel Kraft und Zeitaufwand dahinter steht . Für die vielen kreativen Ideen, den immensen Aufwand und die ungezählten Stunden möchte ich dem Regionalmarkt-Team ganz herzlich danken“, zollt Oberbürgermeister Frank Dehne allen Beteiligten Respekt und Anerkennung. 

Dieses Bemühen wird auch von den Händlern honoriert. Martin Wenzel von der gleichnamigen Metzgerei aus Mutzschen (bei Grimma) kommt immer wieder gern in die Porphyrstadt. „Was hier geboten wird, gerade mit den Themenmärkten und dem Rahmenprogramm ist richtig gut. Als Marktstandbetreiber sollte man sich da auch etwas einfallen lassen“, so der 30-Jährige. Jetzt im Oktober war Start für die Hausschlachtsaison, dementsprechend hatte die Fleischerei ein besonderes Sortiment zusammengestellt. Zudem war Martin Wenzel mit der Feldküche angereist. Anstatt Schwein am offenen Feuer hatte er eine Rinderkeule aufgespießt. Und weil es in Rochlitz so gut läuft, die Umsätze seien genauso hoch wie in Grimma, verrät Martin Menzel unter vorgehaltener Hand, hatte er für das Marktteam auch noch kostenlos Schnittchen zum Verzehr vorbereitet.

Zufrieden zeigt sich auch Kay Bohne, Betreiber des gleichnamigen Biohofes aus Stollsdorf. Er habe seine Erwartungen nicht allzu hoch geschraubt, der Umsatz sei nicht riesig, aber auskömmlich. „Die Märkte in Rochlitz sind gut vorbereitet, das zieht Kunden an. Mit unserem Biohof kommen wir unmittelbar aus der Nachbarschaft. Seit Oktober betreiben wir einen kleinen Bioladen mit Vollsortiment – Gemüse, Obst, Milchprodukte, Fleisch (saisonal im Angebot), Wurstwaren und Naturkosmetik – da will ich in Rochlitz auf dem Marktplatz präsent sein, wo sonst“, erklärt Kay Bohne.

Madeleine Weber, Organisationsbeauftragte der Stadtverwaltung, ist Dreh- und Angelpunkt, wenn es um die Händlerakquise geht. Anfangs hatte sie noch manchmal gebangt, ob es gelingt für das jeweilige Thema genügend Händler für den Rochlitzer Regionalmarkt zu gewinnen. „Die Gespräche haben mir gezeigt, dass sich viele Markttreibende hier gut aufgehoben wissen und gern wiederkommen. Inzwischen greift auch die Mund-zu-Mund-Propaganda“, sieht Madeline Weber der neuen Marktsaison 2018 entspannt entgegen.

Text: Jörg Richter, Fotos: Vanesse Nitze/Jörg Richter

Flyer Regionalmarkt 2018