Streusalz hat ausgedient

Folgeschäden von Nässe und Streusalz an einer Hausfassade

Schneeschieber und Granulat anstatt Salz, das fordert die Stadt Rochlitz von ihren Bürgern und geht selbst mit gutem Beispiel voran. „Wir streuen Rad- und Fußwege mit Sand, Splitt oder Granulat“, verweist Oberbürgermeister Frank Dehne auf die gängige Praxis beim städtischen Winterdienst. Die Verwendung von auftauenden Streumitteln wie Salz oder salzhaltigen Stoffen sei grundsätzlich nur in Ausnahmefällen zulässig. Und wenn, erfolge der Einsatz äußerst sparsam, so der Oberbürgermeister. Obwohl in der Ortssatzung bei Zuwiderhandlungen Geldstrafen von bis zu 500 Euro angedroht werden, will der Rathauschef keine schweren Geschütze auffahren. „Ich appelliere an die Vernunft unserer Bürger. Wir wollen uns alle an intakten Fußwegen, einladenden Häuserfassaden und gesunden Bäumen erfreuen. Der Verzicht auf Streusalz ist dafür schon mal ein Anfang“, so Frank Dehne. Tausalzschäden sind in der Rochlitzer Innenstadt an vielen Häusern sichtbar. Gerade im Sockelbereich, bei den oft aus Porphyrtuff bestehenden Gemäuern, hat die in Jahrzehnten praktizierte Salzstreuung zu nicht übersehbaren Schäden geführt.

Bei Bäumen verursacht eine Überdosis Salz sichtbare Nekrosen an Blättern und Trieben. Die Aufnahme von salzreichem Tauwasser über die Wurzeln führt auf längere Sicht zur Schädigung und zum Absterben von Zellen im Inneren der Bäume, durch die der Wasser- und Nährstofftransport behindert wird.

Jörg Richter