2018 – Jahresrückblick des Oberbürgermeisters Frank Dehne

Mit einem kleinen Ausblick nach 2019 möchte ich ihnen die kommenden Projekte und Aufgaben vorstellen. Größtes Projekt derzeit ist die Komplettsanierung der Bibliothek. Die Bauzeit ist mit zwei Jahren sehr ambitioniert, aber machbar. Mit Fertigstellung der Bibliothek erwartet den Bürger ein modernes Gebäude in historischer Hülle mit einer multifunktionalen Nutzung.

Das Gebäude in der Poststraße 18/20 wird für eine Umnutzung als Hort geplant. Ziel ist es, den Nikolausverein aus der Leipziger Straße mit derzeit ca. 30 Plätzen in das neue Domizil mit bis zu 100 Hortplätzen umzuziehen. Der Baubeginn ist für die erste Jahreshälfte 2019 geplant, die Fertigstellung für das Schuljahr 2020/2021. Die terminliche Variabilität ist aufgrund verschiedenster Faktoren derzeit aber noch groß.

Die Erschließung des Eigenheimgebietes am Weinberg soll bald Gestalt annehmen. Weitere Ausbaugebiete werden sondiert, da der Bedarf an Wohnbauflächen steigend ist und wir für Zuzug Grundlagen schaffen müssen.

Der Fitnesspark auf der Muldeninsel soll bis Mitte 2019 umgesetzt werden. Damit wird die sportliche Betätigung an der frischen Luft für alle Altersgruppen gefördert und ermöglicht. Die vorangegangene Verzögerung in der geplanten Umsetzung ist verschiedenen Ursachen geschuldet, welche mittlerweile geklärt werden konnten.

Das Thema Breitbandausbau beschäftigt uns weiterhin intensiv. Der Stadtrat hat sich für den Ausbau der sogenannten „Weißen Flecken“ in den Ortslagen Noßwitz, Breitenborn und Wittgendorf entschieden. Mittlerweile wird dieser Ausbau zu 100% gefördert. Der Umsetzungszeitraum richtet sich nach den Ergebnissen der Ausschreibungen, welche derzeit laufen. Das Stadtgebiet und die Ortsteile sollen zeitnah von einem bekannten Telekommunikationsunternehmen mit höheren Übertragungsraten versorgt werden. Leider ist dort unser Einfluss sehr gering, Hoffnung wohl das alleinige Mittel der Wahl.

Weitere kleinere Vorhaben stehen im Jahr 2019 zur Umsetzung an. Dazu gehören die Sanierung der Wallgasse/ Zwingergasse, die Neu- und Umgestaltung der Stadtwerbetafeln, die Parkplatzerweiterungen in der Zwickauer Straße unterhalb des Schlosses und auf dem Rochlitzer Berg sowie die Sanierung des Daches über der Aula und die Toilettensanierung in der Oberschule „An der Mulde“.

Mit der Sanierung der B107/175 im Verlaufe der Poststraße – Lindenallee – Schützenstraße – Brückenstraße steht eine große Baumaßnahme an, welche die Nerven der Bürger und Fahrzeugführer strapazieren wird. Die Maßnahme wird vom Landesamt für Straßen und Verkehr durchgeführt. Wir werden versuchen mit einzuwirken, dass die Bauabschnitte und Bauabläufe so wenig wie möglich den Verkehrsfluss beeinträchtigen.

Die vielen bekannten Veranstaltungen werden wir im kommenden Jahr wieder durchführen. Auch die Neuen, welche dieses Jahr erstmals stattfanden, können sich vielleicht einen festen Platz im Veranstaltungskalender erarbeiten. Dazu seien das Oktoberfest auf der Muldeninsel oder das Bergzeitfahren stellvertretend genannt.

Ein möglicher S-Bahn-Anschluss in Richtung Leipzig und Chemnitz wäre für Rochlitz und Umgebung ein wesentlicher Entwicklungs- und Standortfaktor. Momentan laufen zwei Untersuchungen mit dem Prüfungsziel, ob ein Wiederanschluss an den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) wirtschaftlich abbildbar ist. Ergebnisse sind für Anfang Februar in Aussicht gestellt. Wir hoffen sehr, dass sich gerade in Hinblick auf die vielen Zukunftsfragen, wie Abwanderung aus dem ländlichen Raum, Änderung der Mobilität und Erreichung der Klimaziele, die Landes- und Bundespolitik die richtigen Antworten gibt. Gerade jetzt müssen Pilotprojekte gestartet werden, auch wenn oftmals nur die rein eindimensionale wirtschaftliche Betrachtungsweise das Maß aller Dinge zu sein scheint. Eine Vollkostenrechnung würde sicher andere Ergebnisse bringen. Wünschen wir uns hier einfach mal Weitsicht und Mut der Verantwortlichen…

Schwerpunkt für Rochlitz ist ohne Frage die weitere Entwicklung des ehemaligen Krankenhauses. Hier muss bald etwas Substantielles passieren. Die immer noch bestehenden Unklarheiten müssen beseitigt werden. Nicht nur für die Bürger ist die Ungewissheit um das WIE WEITER? in der Daseinsfürsorge von Bedeutung. Auch für die Sozialservice Rochlitz gGmbH ist von außerordentlichem Interesse, welches Portfolio die LMK gGmbH am Standort Rochlitz anbieten möchte. Hier ist der Nebel dringend zu lichten, welcher trotz ständiger Anfragen an die Verantwortlichen noch dicht über dem Hause klebt.  

Im Jahre 2019 stehen eine Reihe von Wahlen an. Bei der Kommunalwahl im Mai werden die Stadt- und Gemeinderäte neu gewählt. Zu hoffen bleibt, dass sich Bürger engagieren, die mit guten Ideen und Weitblick an einer positiven Entwicklung aktiv mitwirken möchten. Die ebenfalls im Mai stattfindende Kreistagswahl stellt auch eine wichtige Wegweisung dar. Vieles wird im Kreis entschieden, was für uns von immenser Bedeutung ist. Seien es die in Rochlitz ansässigen Schulen in Kreisträgerschaft, der ÖPNV oder auch die schon angesprochene Thematik um das Krankenhaus. Viele andere Themen werden im fernen Freiberg entschieden. Hier braucht die Region unbedingt und dringend eine stärkere Präsenz und Stimme als bisher. Auch hier sind engagierte Bürger gefragt, die Verantwortung durch eine Kandidatur anstreben. Die dritte Wahl im Mai, die Europawahl, hat zwar auf den ersten Blick nur indirekten Einfluss auf das tägliche Leben, wichtig ist sie allemal. Auch hier werden entscheidende Weichen gestellt, was in Europa und somit auch bei uns passiert. Abschluss findet das Wahljahr voraussichtlich mit der Landtagswahl im September. Diese Wahl ist von höchster Bedeutung für alle Kommunen hinsichtlich Förderung, Finanzausstattung, Bildung usw. Bleibt bei allen Wahlen die Hoffnung auf eine hohe Wahlbeteiligung und Stimmabgabe mit Bedacht und Zuversicht, nicht mit Wut und Resignation.   

Im Januar 2019 wird ein Neujahresempfang im Bürgerhaus stattfinden. Eingeladen sind verdiente Bürger, Vereine, Firmen, Institutionen, Stadträte und viele weitere Gäste. Bei diesem Anlass sollen Bürger, welche sich in verschiedensten Bereichen für die Stadt verdient gemacht haben, geehrt werden. Der Empfang soll auch dazu dienen, ins Gespräch zu kommen und gemeinsame Ideen für das neue Jahr zu diskutieren.

Zu guter Letzt möchte ich mich herzlich bei allen Mitarbeitern der Verwaltung bedanken, die sehr gute Arbeit geleistet haben. Alle Veränderungen, die im Rahmen der Umstrukturierungen anfielen, wurden mitgetragen und durch gute Hinweise ergänzt. Genauso danke ich den Mitarbeitern des Bauhofes, die bei zahlreichen Einsätzen immer zur Stelle waren und so maßgeblich, neben allen anderen notwendigen Arbeiten mit zum Gelingen der vielen Feste und Veranstaltungen, hier im Besonderen dem Fürstentag sowie der Umzüge im Rathaus, beitrugen. Auch die Hausmeister, welche die städtischen Objekte, wie Sporthallen, Schulen und das Rathaus bestes pflegten und bei Veranstaltungen tatkräftig unterstützten, gilt mein herzlicher Dank. Einschließen darin möchte ich natürlich auch die Schwimmmeister, die bei einer anhaltenden Hitzeschlacht und dazu noch verlängerten Öffnungszeiten eine herausragende Badesaison organisierten und absicherten.

Mein Dank gilt auch den Stadträten, welche sich in vielen Stadtrats- und Ausschusssitzungen den umfangreichen Aufgabenstellungen der Stadt stellten. Auch die Ortschaftsräte, welche sich für die Belange der Bürger aus den Ortsteilen engagierten, möchte ich für die zielorientierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit danken.

Mein herzlicher Dank geht an die Vereine, alle ehrenamtlich Tätigen sowie jeden engagierten Bürger. Besonders danken möchte ich dem gesamten Team des Regionalmarktes, welches jeden Markttag ein neues und unverwechselbares Gesicht gab und somit Händler und Besucher aus Rochlitz und Umgebung angelockte. Auch möchte ich den ansässigen Unternehmen, Institutionen und Gewerbetreibenden danken, welche mit Steuern und Arbeitsplätzen, aber auch mit Spenden und Engagement das Stadtleben bereicherten. Den zahlreichen Schulen und Kindertageseinrichtungen, welche unverzichtbarer Bestandteil fast aller städtischen Veranstaltungen waren, möchte ich in diesem Zusammenhang herzlich danken und freue mich auf die kommenden kleinen und großen Zusammentreffen. Weiterhin danke ich den Kirchen für ihr Engagement in der Gesellschaft. Den Polizeibeamten möchte ich für Ihre vielen Einsätze, auch bei der Absicherung von Sportveranstaltungen, herzlich danken.

Die Freiwilligen Feuerwehren Rochlitz und Noßwitz gewährleisteten uns auch dieses Jahr Sicherheit und Hilfe im Notfall. Mein Dank gilt allen, die sich dem Dienst und der Verantwortung in ihrer Freizeit stellen. Allen aktiven sowie den sich im Ruhestand befindlichen Kameraden gilt meine Hochachtung für die Bereitschaft, sich in der Freizeit für das Allgemeinwohl zu engagieren. Auch den Kameraden der Wasserwehr gilt mein Dank für die Bereitschaft, im hoffentlich nicht bald wieder eintretenden Hochwasserfall die Feuerwehr nach Kräften zu unterstützen und Schaden zu minimieren.

Nicht zuletzt möchte ich auch den Amtskollegen, Behörden und Institutionen für die konstruktive und solide Zusammenarbeit danken.

Bleiben Sie gesund und munter sowie guter Dinge! Ich wünsche ihnen Gesundheit, eine schöne Adventszeit, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Ihr
Frank Dehne
Oberbürgermeister