Bildunterschrift Bei strömenden Regen erfolgte mit einem Autokran die Aufstellung des Hauptverteilers zum Breitbandkabelausbau an der Zaßnitzer Straße in Rochlitz. Der sogenannte PoP ist das Herzstück für die geplante Erweiterung des Glasfasernetzes in Rochlitz, Seelitz und Zettlitz. Im Bild (v.l.n.r.) Alexander Schramm, Koordinator Breitbandausbau im Bauamt der Stadtverwaltung Rochlitz; Uwe Buttgereit, Mitarbeiter Bauamt Rochlitz; Jana Katharina Bayer, Programm-Managerin Förderung von der Deutschen Glasfaser Wholesale GmbH; Steffen Dathe, Bürgermeister Gemeinde Zettlitz; Thomas Oertel, Bürgermeister Gemeinde Seelitz

Schnelles Internet für Rochlitz, Seelitz und Zettlitz
Hauptverteiler an Zaßnitzer Straße platziert

Die ersten Open-Air-Arbeiten zum erweiterten Breitbandausbau für Rochlitz und die Gemeinden Seelitz und Zettlitz laufen seit Anfang September. „Bis zur Fertigstellung sind 9 Monate geplant“, sagt Jana Katharina Bayer, Programm-Managerin Förderung von der Deutschen Glasfaser Wholesale GmbH. Der angekündigte Zeitplan nährt Hoffnungen. Doch die Bürgermeister der betroffenen Kommunen wissen nur allzu gut, wie lange der Prozess um Ankündigungen, Modalitäten, und Ausschreibungen bis zum Beginn der jetzigen Arbeiten gedauert hat – es waren Jahre. Sei es drum, man freut sich inzwischen über jeden Fortschritt. Für Thomas Oertel, Bürgermeister Seelitz, Steffen Dathe, Bürgermeister Zettlitz und dem Rochlitzer Oberbürgermeister Frank Dehne ist die Anbindung ans Breitbandnetz der aus Wirtschaftlichkeitsgründen bei der Deutsche Telekom AG durchs Raster gefallenen Ortsteile, absolute Chefsache. Die sogenannten weißen Flecken von der Landkarte zu tilgen, sei gleichzusetzen mit der Grundversorgung aller Haushalte mit Strom und Wasser. Ein Breitbandanschluss gehöre heute für jede Wohnung zum Standard, so ihre einhellige Meinung. Der ländliche Raum könne nicht allein mit intakter Natur, reizvoller Landschaft und ruhiger Wohnlage punkten. Wenn junge Familien, Gewerbetreibende oder Handwerker nach Baugrundstücken oder Immobilien Ausschau halten, stehe die Frage nach schnellem Internet mit an erster Stelle. Aktuell aufgewertet werde das Thema von den Offerten vieler Arbeitgeber, die ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Angebot von Homeoffice- Arbeitsplätzen einräumen. Das bestätigt auch Alexander Schramm vom Bauamt der Stadtverwaltung, der als Koordinator sowohl Ansprechpartner für die Deutsche Glasfaser als auch für die Bürgerinnen und Bürger der drei involvierten Kommunen ist.
Die Vorfreude bei einigen Anschlussnehmern sei jetzt schon spürbar, er hoffe, dass der Zeitplan eingehalten werde, meinte Alexander Schramm.
Nach den Plänen der Deutschen Glasfaser kommen 285 Haushalte, 18 Firmen sowie die Bildungsstätten Oberschule „An der Mulde, die Lernförderschule Pestalozzi und das in Rochlitz ansässige GAW Institut für Berufliche Bildung in den Genuss eines neuen Breitbandanschlusses. Bei den Ortsteilen der Gemeinde Seelitz profitieren von den Maßnahmen Gröbschütz, Zschauitz, Köttern, Neuwerder, Zschaagwitz und Neudörfchen, in der Gemeinde Zettlitz die Ortsteile Ceesewitz, Kralapp und Rüx. Zu den Begünstigten auf Rochlitzer Flur gehören neben Wittgendorf Teile der Ortschaften von Noßwitz und Zaßnitz sowie ferner einige Haushalte in Breitenborn und Rochlitz (Gewerbegebiet Eichberg und Waldheimer Straße).
Aktuell erfolgt parallel zur Straßenführung, unmittelbar neben der Fahrbahn, die Verlegung von Leerrohren. Zum gegebenen Zeitpunkt sollen die Glasfaserkabel dort eingeblasen werden. Auch eine Flussdurchquerung in Nähe der Rochlitzer Muldebrücke wird es geben. Wie Bayer informiert, umfasst das Streckennetz eine Gesamtlänge von rund 45 km.
Die Bürgermeister monierten, dass es bei den Bürgern viele Fragen rund um Ausbau und  Kosten gebe, die sie als erste Ansprechpartner nur teilweise beantworten könnten. Um die Informationsdefizite abzubauen, forderten sie Jana Katharina Bayer auf, die Kommunikation mit den potenziellen Anschlussnehmern zu intensivieren.
Am 15. Oktober war Stichtag. Wer bis dahin mitgeteilt hatte, einen Hausanschluss zu wünschen, bekommt den kostenfrei. Wer sich danach entschieden hat, muss 750 Euro bezahlen.
Für den Ausbau nehmen die Kommunen Fördermittel von Bund und Land in Anspruch, die sie an das Telekommunikationsunternehmen weiterreichen. Im Falle der drei Kommunen sind das rund 4,19 Mio Euro. Die auserkorenen Haushalte entscheiden selbst, ob sie zunächst einen Ausbauvertrag und später vielleicht auch einen Versorgungsvertrag abschließen wollen.

Text und Foto: Jörg Richter

Pressemitteilung

 

Information zum geförderten Breitbandausbau in Rochlitz

I. Überblick

Der kabelgebundene Breitbandausbau in Rochlitz besteht zunächst im Wesentlichen aus den Netzergänzungen und –aufrüstungen im Rahmen des Eigenausbaus durch verschiedene Technologien der privaten Telekommunikationsanbieter. Das sind die Telekom Deutschland GmbH Bonn, der Kabelnetzbetreiber GIBY GmbH Leipzig und die enviaTel GmbH Markleeberg.

Im Rahmen eines Markterkundungsverfahrens wurde schon im Jahr 2016 die Ausbauziele der Telekommunikationsanbieter für die darauffolgenden drei Jahre ermittelt. Ergänzend wurde ein weiteres Markterkundungsverfahren Ende 2018 für die Schulen durchgeführt.

Nach den Richtlinien der Bundes- und Landesförderung für den Breitbandausbau besteht eine sogenannte Aufgreifschwelle von 30 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit je privaten oder gewerblichen Anschluss und 30 Mbit/s pro Klasse bei Schulen. Auf Grund dieses Kriteriums sind alle Telekommunikationsanschlüsse, die unter dieser Schwelle liegen und in den Markterkundungsverfahren sowie einer Breitbandstudie der Tele-Kabel-Ingenieurgesellschaft mbH Chemnitz ermittelt wurden - „weiße Flecken“, bei denen die Förderfähigkeit durch die Bundesrepublik Deutschland und des Landes Sachsen gegeben ist.

Trotz der daraus resultierenden geringen Anzahl im Verhältnis der Gesamtanschlüsse hat sich die Große Kreisstadt Rochlitz entschlossen am Programm des geförderten Breitbandausbaus teilzunehmen um die Teilhabe und Sicherstellung von Telekommunikationsdienstleistungen für alle Bürger, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen zu ermöglichen.

II. Ziele

Die anzuschließenden Teilnehmer befinden sich größtenteils in den Randlagen des Stadtgebietes und den Ortsteilen Breitenborn, Noßwitz, Wittgendorf und Zaßnitz. Es handelt sich um 89 Haushalte, 8 Unternehmen und 3 Schulen.

Dazu werden 41,9 km Glasfaserkabel und 32,5 km Leerrohre verlegt. Die Strecke der erforderlichen Tiefbauarbeiten ist 23,3 km lang.

Die geplante Versorgungsgeschwindigkeit beträgt durch direkten Glasfaseranschluss mit der FTTB-Technologie am jeweiligen Objekt mindestens 100 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit.

III. Projektfortschritt

- Durchführung eines Verhandlungsverfahrens mit EU-weitem Teilnahmewettbewerb, welches im November 2018 begonnen wurde und abgeschlossen ist

- erfolgreiches Unternehmen im Wettbewerb ist die inexio Informationstechnologie und Telekommunikation GmbH Saarlouis innerhalb der Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser

- die endgültige Bewilligung durch die Bundesrepublik erfolgte im Februar und des Landes Sachsen im März 2020

- die Vertragsunterzeichnung zur Förderung zur Deckung einer Wirtschaftlichkeitslücke mit der inexio GmbH Saarlouis ist im Juni 2020 erfolgt.

- Seit Ende August 2021 rollen die Baumaschinen des von Deutsche Glasfaser beauftragen Baupartners Terrado Networks GmbH durch die Orte, die Tiefbauarbeiten sind in vollem Gange. Aufgrund von langwierigen Genehmigungsverfahren verzögern sich die Ausbauarbeiten bis Ende Mai 2022. Der Glasfaserhauptverteiler (Point of Presence) wurden Ende September 2021 in Rochlitz aufgestellt – dieser bildet das Herzstück des Netzes

- Die Hausbegehungen sind bereits im Dezember 2021 gestartet, sodass die ersten Installationen bei Kunden Zwecks Festlegung des Glasfasereintrittspunktes ins Haus für Februar 2022 geplant sind. Die ersten Aktivierungen der Kunden an das Glasfasernetz von Deutsche Glasfaser erfolgen dann entsprechend ca. Mai 2022. Für die Termine wird der Baupartner die Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig kontaktieren.

IV. Ergebnisse

Über den Zwischenstand und die Ergebnisse wird bei fortlaufender Umsetzung bzw. neuem Projektstand informiert:

- die Verteilerstation (PoP) wurde im Ortsteil Zaßnitz erstellt

- die Kabeltrassen mit Tiefbauleistungen wurden in Teilen beginnend vom Ortsteil Breitenborn über Wittgendorf, Noßwitz und das Stadtgebiet Rochlitz zum Ortsteil Zaßnitz einschließlich Muldequerung komplett erstellt

V. Unterstützung durch den Bund und das Land

Diese Maßnahme wird als Förderprojekt mit Mitteln der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Sachsen durchgeführt.

Informationen auch unter https://gigabit-projekttraeger.de/

Aktualität: 07.04.2022