Hochwasser 2023

Blick auf die Überschwemmungen der Muldeninsel und Bleiche. Foto: Fabian Oberländer

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

für einige Rochlitzer fiel dieses Weihnachten sprichwörtlich ins Wasser. Die gute Nachricht vorweg; es gab keine Verletzten und nur minimale Schäden an der Infrastruktur. Als Weihnachtsgeschenk kann man auf alle Fälle verbuchen, dass der Pegel nicht die Werte früherer Hochwasser erreichte.

Zum Einsatzgeschehen möchte ich folgend berichten:
Am 24.12.2023 wurde gegen 6.30 Uhr in Rochlitz Hochwasseralarm ausgerufen. Alle Einsatzkräfte der Feuerwehren Rochlitz und Noßwitz, die Kameraden der Wasserwehr sowie Mitarbeiter des Bauhofes wurden aktiviert, um die Hochwasserschutzanlagen zu errichten. Bereits gegen Mitternacht wurde klar, dass die Straßenquerung in der Uferstraße/Abzweig Fischergasse nicht mehr mit dem vorhandenen System geschlossen werden konnte. Es wurden alternative Schutzmaßnahmen erforderlich. Aufgrund des rasanten und permanenten Anstieges des Wasserpegels, der in dieser Form für uns nicht vorhersehbar war, stand dieser Abschnitt, den man auch als die „Achillesferse“ des Systems benennen muss, bereits vor Alarmierungsstufe 1 unter Wasser. Ein Aufbau ist jedoch nur im Trockenen möglich, da die Elemente bündig auf Straßenniveau zu verschrauben sind. Bereits bei geringem Wasserstand ist dies nicht mehr möglich. Es wurde umgehend ein Damm aus mit Sand gefüllten Bigpacks in der Querung Uferstraße errichtet. Im Rückraum versuchten dann die Einsatzkräfte mit allen verfügbaren Pumpenkapazitäten den Wasserstand zu senken, um dann im Nachgang noch den Aufbau der mobilen Schutzwand zu realisieren. Dies gelang jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht. Gegen Mittag des 24.12. stagnierte der Pegel und ging im folgenden Verlauf leicht zurück. Am Morgen des 25.12. konnte die Straßenquerung mit den Hochwasserschutzelementen geschlossen werden, um so zumindest für eventuell folgende Pegelanstiege gewappnet zu sein.  

Ohne Schuldzuweisungen an die Alarmierungsstellen machen zu wollen, waren wir zu keinem Zeitpunkt in der Lage, frühzeitig diesen rasanten Pegelanstieg zu prognostizieren. Alle Erfahrungswerte, die gerade viele Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus vergangenen Hochwasserlagen hatten, waren nicht auf dieses Hochwasser übertragbar. Somit gelang uns keine treffsichere Abschätzung des Aufbauzeitpunktes für die Uferstraße. Wir werden unsere Alarmierungspläne neu schreiben und eine eigene Alarmierungsstrategie erarbeiten. Diese wird nicht der Systematik der pegelbasierten Alarmierung des Landeshochwasserzentrums folgen, sondern abweichend auf Durchflussmengen basieren. Dies ergab die erste Analyse, wonach der Pegelstand bei der für uns relevanten Messstelle in Wolkenburg keine Aussagekraft besitzt, sondern der Durchflusswert für eine Prognose zur Alarmierung herangezogen werden muss.  

Negativ sind uns einige Kommentare von Schaulustigen sowie aus dem Internet in Erinnerung, die glaubten, alles viel besser zu wissen. Die Einsatzkräfte von der Seite zu belästigen ist nicht motivierend und auch nicht zielführend. Die Mithilfe oder zumindest Verständnis wären in der Situation angebrachter gewesen.

Abschließend möchten wir allen Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren aus Rochlitz, Noßwitz, Hermsdorf, Zettlitz, Bernsdorf, Geringswalde, Arras, der  Rochlitzer Wasserwehr, dem Bauhof und
Hausmeistern, der Polizei, der Landestalsperrenverwaltung und des ZWA Hainichen auf das herzlichste für die tatkräftige Unterstützung danken!

Weiterhin danken wir herzlichst für die unkomplizierte und spontane Hilfe den Firmen HTB Rochlitz, BBS Rochlitz, Werrmann Galabau und Service aus Dölitzsch, RfW Rochlitz, Bäckerei Stölzel, Bäckerei Börner, Pizza Maria, Süße Welt, Manfred Wolff aus Milkau, Michael Schneider, Amand Umweltechnik aus Stöbnig, BHG Döhlen, dem Schloss Rochlitz, dem Anglersportverein Rochlitz sowie allen Bürgern, die sich hilfreich mit eingebracht haben.

Ich wünsche einen guten Rutsch!

Frank Dehne
Oberbürgermeister Rochlitz

28. Dezember 2023

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