Genau mein Laden

Leerstehende Läden sollen in Rochlitz die Ausnahme bleiben. Dazu hatte OB Frank Dehne kürzlich drei in Rochlitz ansässige Werbeagenturen – C1 Reklame, Oppressus und WERBUNG. Weimann zu einen Wettbewerb aufgerufen, den die Fa.Oppressus nach Wertung der Jury knapp für sich entscheiden konnte. Im Foto:( v.li.n.re.) Sandy Löbel, Vorstandsmitglied Rochlitzer Gewerbeverein, Christian Schilling, Fa. Oppressus, Dominique Schilling, Fa.Oppressus und Oberbürgermeister Frank Dehne.

Mach was aus mir!

Leerstehende Läden sollen in Rochlitz die Ausnahme bleiben. Was im Klartext heißt, möglichst schnell Interesssenten zu finden, um bereits geschlossene Ladenlokale wieder einer neuen Nutzung zuzuführen. Das dies kein Selbstläufer ist, zeigen aktuelle Erhebungen vom
Leerstandsmanagment der Stadtverwaltung. Dort sind allein in der Rochlitzer Kernstadt 30 Gewerberäume zur Nachvermietung aufgelistet. Oberbürgermeister Frank Dehne, der sich vehement für eine attraktive Innenstadt einsetzt, hat jetzt konkrete Maßnahmen ergriffen, um Eigentümern von leerstehenden Ladengeschäften bei der Suche nach neuen Nutzern zu helfen.
Dazu hatte Frank Dehne kürzlich drei in Rochlitz ansässige Werbeagenturen – C1 Reklame, Oppressus und WERBUNG. Weimann zu einen Wettbewerb aufgerufen. Gefragt waren kreative Ideen zur Schaufenstergestaltung mit der Maßgabe einer gezielten Vermarktung von leerstehenden Gewerbeflächen.

Vor Mitgliedern des Gewerbevereins, die als Jury fungierten, stellten die Wettbewerbsteilnehmer kürzlich ihre Gestaltungskonzepte im Beisein von Oberbürgermeister Frank Dehne im Rathaussaal vor. Um es gleich vorwegzunehmen, die Präsentation der drei Protagonisten war eindrucksvoll, kreativ und qualitativ hochwertig.
Per Losentscheid wurde zunächst die Reihenfolge bestimmt. Sandy Schulze, Geschäftsführerin vom Grafikstudio C1 Reklame, durfte als erste ran – ihre Idee: „Stadtgeschichten statt Geschichte“. Dahinter verbergen sich eine Vielzahl von Themen, die Rochlitz in der Vergangenheit geprägt haben und heute noch immer, entwicklungstechnisch auf einem höheren Level, von Bedeutung sind. An vier Beispielen – Bildung, Sport, Mobilität und an den historisch verbürgten Stadtbränden erläuterte Sandy Schulze ihr Konzept, das sie grafisch professionell aufbereitet hatte. Beim Thema „Rochlitz bleibt mobil“ erinnerte sie an den Eisenbahnanschluss der Stadt im Jahre 1872. Dieses bedeutende Ereignis greift sie auf und spannt dann den Bogen ins 21.Jahrhundert. Mobilität heute verkörpert die Autobahntrasse A72, die Rochlitz seit 2011 verkehrstechnisch näher an die Oberzentren Chemnitz und Leipzig heranbringt. Mit einem konkreten Angebot wendet sie sich an potenzielle Mieter: „Wir wollen weiterhin mobil bleiben. Unsere Idee für Rochlitz-eine Citybike Zweiradvermietung. UND IHRE?

Frank Weimann, vom gleichnamigen Werbeunternehmen in der Burgstraße, wusste ebenfalls mit kreativen Gestaltungsvarianten zu überzeugen. Auch er hatte einen Konzeptentwurf zu Papier gebracht, den er an die Jurymitglieder aushändigte. Unter dem LOGO „LADEN lokal“
setzt Frank Weimann auf einen Wiedererkennungseffekt, der sich durch markant gewählte Gestaltungsmittel beim Betrachter schnell einprägen soll. Dafür sorgen die  Kiwi-grüne Farbe und ein angehängter, baumelnder Schlüssel, der nur darauf wartet in die Hand genommen zu werden, um einen verschlossenen Laden wieder zu öffnen und zum Leben zu erwecken.

Tolle Konzepte mit wirklich guten Ideen und kreativen Charme, wertete die Jury, die sich am Ende mit einem denkbar knappen Abstimmungsergebnis für das Konzept der Fa. Oppressus entschied, das Christoph Schilling vorstellte. Sein Ansatz beruht auf den verschiedenen Sichtweisen von Vermietern, potenziellen Mietern und Einwohnern. Die einzugehende Liaison zwischen Vermietern und der Stadt Rochlitz führe zu einer Win-Win-Situation, wovon beide Partner profitierten, erklärte Schilling. Zum einen werde das Stadtbild wieder attraktiver, andererseits würden die Ladeneigentümer durch Neuvermietung Einnahmen generieren.
Aus Sicht potenzieller Mieter sei es wichtig, dass diese vom leerstehenden Ladengeschäft Kenntnis erlangten. „Interessenten müssen sich angesprochen fühlen, ihre Geschäftsidee gerade in Rochlitz zu verwirklichen“, meint Christoph Schilling.
Um dieses Konzept zu realisieren, sollen zunächst Eigentümer von leerstehenden Ladengeschäften angeschrieben und durch einen beiliegenden Flyer über die geplanten Maßnahmen informiert werden. Wer seine Zustimmung erteilt, bekommt Besuch von Christoph Schilling, der die Schaufensterscheibe mit einem farbigen Aufkleber, Größe
80 x 90 cm beklebt. Die sind von Laden zu Laden sowohl textlich als auch farblich verschiedenen und sorgen mit markigen Sprüchen für Aufmerksamkeit. Zu lesen ist da „Geh nicht vorbei“, „Dein nächster Arbeitsplatz“, „Ich fühl mich so leer“, „Suche Mieter mit Ideen“ und anderes mehr. Daneben prangt der QR-Code von dem potenzielle Interessenten Informationen zum Laden abrufen können. Wer ist Ansprechpartner, Kosten, Fotos, Größe und Sanierungsgrad, je nach dem, was der Eigentümer preisgeben will.

Als Budget hat Oberbürgermeister Frank Dehne 5.000 Euro aus dem Stadthaushalt zur Verfügung gestellt. 20 Prozent der Summe teilen sich die 3 beauftragten Werbeagenturen für die jeweils erstellten Konzepte. Die Fa. Oppressus erhält zusätzlich 500 Euro als Siegprämie. Das Gro, 3.500 Euro stehen für Werbemaßnahmen in den Ladengeschäften zur Verfügung.

Wie OB Frank Dehne mitteilt, wurden 15 Eigentümer leerstehender Geschäfte angeschrieben. Sechs davon haben bislang ihre Zustimmung zur Teilnahme an der Werbekampagne „Mach was aus mir!“ erteilt. Kosten entstehen für sie keine.

Text und Foto: Jörg Richter